Urteilsbesprechung BGH-Urteil v. 09.02.2011 Der Sachverständige Ausgabe 06/2011 Urteilsbesprechung BGH-Urteil v. 09.02.2011

  • Bewertung einer freiberuflichen Praxis im Zugewinnausgleich, Der Sachverständige 2011
Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen unter besonderer Berücksichtigung der Standortproblematik NJW Ausgabe 12/2011

Darstellung der Bewertung von Arzt- / Zahnarztpraxen unter besoderer Beachtung des Standortes, welcher integraler Bestandteil der BGH-Rechtsprechung 2011 ist.

Der objektivierte Ergebniszeitraum im modifizierten Ertragswertverfahren

  • Darstellung der objektivierten Berechnung des Ergebniszeitraums im modifizierten Ertragswertverfahren
  • Bezugnahme auf die aktuelle höchstrichterliche Rechtsprechung
.

der modifizierte Ergebniszeitraum
der modifizierte Ergebniszeitraum
(152.6 KB / ~ 1.5 sek bei 100 kb/s)
Bewertung von Arzt-/Zahnarztpraxen im Zugewinnausgleich (MEDItaxa 33/2005)

  • Artikel ist erschienen in der Steuerberaterfachzeitschrift MEDItaxa, Ausgabe 33/2005.
  • Bewertung von Arztpraxen im Rahmen des Zugewinnausgleichs mit Erstellung eines Vermögensstatus und Berechnung der latenten Steuer.
  • Wie hoch ist der "Netto" - Zugewinn?

Urteilsbesprechung BGH-Urteil v. 09.02.2011 Der Sachverständige Ausgabe 06/2011 Urteilsbesprechung BGH-Urteil v. 09.02.2011

  • Bewertung einer freiberuflichen Praxis im Zugewinnausgleich, Der Sachverständige 2011
Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen unter Beachtung des BGH-Urteils vom 06.02.2008 NJW Ausgabe 12/2009

Darstellung der Bewertung von Arzt- / Zahnarztpraxen unter besonderer Beachtung des Urteils des BGH aus dem Jahr 2008.

Bewertung von Arzt- / Zahnarztpraxen im Zugewinnausgleich NJW Ausgabe 12/2008

  • Komprimierte Darstellung der Bewertung von Arzt- / Zahnarztpraxen sowie weiterer Praxen aus dem Gesundheitswesen im Rahmen des Zugewinnausgleichs

Bewertung von Arztpraxen im Zugewinnausgleich (MedR 04/2005) Externer Link: Bewertung von Arztpraxen im Zugewinnausgleich

  • Bewertung von Arztpraxen im Rahmen des Zugewinnausgleichs mit Erstellung einer Vermögensbilanz und Berechnung der latenten Steuer.
  • Darstellung der Problematik anhand diverser Beispielsrechnungen.
  • Wie hoch ist der "Netto" - Zugewinn?
  • Die Originalversion ist unter www.springerlink.com verfügbar.
Ausgabe 04/2005 Medizinrecht: Stellungnahme zu Artikel MedR in LexisNexis
Kommentar zu MedR LexisNexis
Kommentar zu MedR LexisNexis
(96.6 KB / ~ 1 sek bei 100 kb/s)
Ermittlung des Wertes von Apotheken im Rahmen des Zugewinnausgleichs
  • Bei Fragen zum Thema die Apothekenwertermittlung im Rahmen des Zugewinnausgleich betreffend, wenden Sie sich bitte an unser Büro, wir werden Ihnen umgehend Literatur hierzu zur Verfügung stellen.
Artikel zum Lesen Bewertung von Arzt- / Zahnarztpraxen im Zugewinnausgleich

Einleitung

Es stellt sich für den Arzt / Zahnarzt immer mehr die Frage, mit welcher Bewertungsmethode – in Zeiten zunehmender staatlicher Reglementierungen und Beschneidungen der Umsatzstruktur von Arzt- / Zahnarztpraxen auf der einen Seite sowie stetig steigender Kosten auf der anderen Seite – ein marktgerechter Wert einer Arzt- / Zahnarztpraxis ermittelt werden kann.

Betrachtet man die wirtschaftliche Situation von niedergelassenen Ärzten / Zahnärzten, so stellt man schnell fest, dass sich diese in den letzten Jahren ständig verschlechtert hat. Dieser Trend wird sich wohl auch – betrachtet man nur die aktuellen Entwicklungen und Diskussionen – für die Zukunft fortsetzen.
Rund ¼ aller niedergelassenen Ärzte sind heute schon – zumindest latent – stark insolvenzgefährdet.

Zur Wahl einer geeigneten Bewertungsmethode im Rahmen des Zugewinnausgleichs lässt sich sagen, dass diese den zum Bewertungszeitpunkt vorherrschenden Marktgegebenheiten Rechnung tragen muss.

In einer Zeit der permanenten Veränderung ist dieser auch im Bereich der Bewertung von Arztpraxen / Zahnarztpraxen Rechnung zu tragen. Betrachtet man sich die laufenden Kürzungen und Beschneidungen innerhalb der Umsätze, bei stetig steigenden Kosten, so stellt sich doch spätestens hier die Frage, ob eine Methode, die sich lediglich am Umsatzgedanken (Ärztekammermethode) orientiert, die richtige darstellt.
Zwingend ist doch auch der veränderten Kostenstruktur Rechnung zu tragen.

Auch wird offensichtlich, dass speziell heute die Wertermittlung u.a. beim Zugewinnausgleich für eine Arzt- / Zahnarztpraxis den veränderten Rahmenbedingungen der Gegenwart und speziell der Zukunft gerecht werden muss. Eine Zukunftsprognose, wie sie im so genannten „modifizierten Ertragswertverfahren“ erstellt wird, ist für die Wertermittlung von Arzt- / Zahnarztpraxen unerlässlich.
Unter Anwendung der „modifizierten Ertragswertmethode“ wird eine Zukunftsprognose, basierend auf den gefestigten Werten der Vergangenheit erstellt, die sowohl den Trend der vergangenen Jahre, als auch die aktuellen Entwicklungen mit berücksichtigt.

Vorgehensweise der Ärztekammermethode:

Ausgangswert für die Errechnung des Goodwills anhand der Ärztekammermethode ist der Praxisumsatz der vergangenen 3 Kalenderjahre. Aus diesen ist ein sog. durchschnittlicher Bruttojahresumsatz zu bilden, von dem ein kalkulatorischer Arztlohn in Höhe eines Oberarztgehaltes der Vergütungsgruppe I b BAT, verheiratet, 2 Kinder, Endstufe ohne Mehrarbeitsvergütung wieder abgezogen wird. Der so ermittelte Wert ist durch drei zu dividieren, um den „Ausgangswert“ für den Goodwill der Arzt- / Zahnarztpraxis zu erhalten. Dieser Wert ist sodann individuell mit Abschlägen oder Zuschlägen zu versehen, deren Höhe dann – wie auch immer – ermittelt werden muss.
Diesem so ermittelten Wert ist noch der Substanzwert hinzuzuaddieren, um zu dem gesamten Praxiswert zu gelangen.
Es lässt sich leicht erkennen, dass die Bewertung mittels Ärztekammermethode mit ihrer rückwärts gerichteten Sichtweise aktuelle Tendenzen und sich rasant ändernde Rahmenbedingungen überhaupt nicht würdigt.
Eine weitere und wohl noch größere Schwäche liegt in der gänzlichen Nichtberücksichtigung der jeweiligen Kostensituation. Tendenziell lässt sich sagen, dass gut geführte, und ertragsstarke Praxen regelmäßig unterbewertet und „als Ausgleich hierzu“, ertragsschwache Praxen regelmäßig überbewertet werden.
Konsequenterweise sollte daher eine Arzt- / Zahnarztpraxis mit Blickrichtung in die Zukunft bewertet werden, da die künftig zu erwartenden Erträge – und nicht die Umsätze der Vergangenheit – relevant sind.

Eine ausschließlich rückwärts gewandte Betrachtungsweise ist nicht sachgerecht und kann schon als verwegen betrachtet werden.

Weshalb immer noch Bewertungen, selbst von Zahnarztpraxen, mittels der Ärztekammermethode vorgenommen werden, obwohl Zahnarztpraxen doch im Vergleich zu Arztpraxen (auch diese unterscheiden sich in der Umsatz- und Kostenstruktur sehr stark) gänzlich andere Kostenstrukturen aufweisen, ist nur aufgrund der einfachen Handhabbarkeit der Ärztekammermethode zu erklären.

Vorgehensweise der modifizierten Ertragswertmethode:

Die modifizierte Ertragswertmethode stellt die gegenwärtig aktuellste betriebswirtschaftliche Bewertungsmethode zur Ermittlung des Goodwills für Arzt- / Zahnarztpraxen dar, deren Bewertungsziel in die Zukunft gerichtet ist. Es ist heute unstreitig, dass das Ertragswertverfahren in modifizierter Form auch zur Ermittlung des Unternehmenswerts einer Arzt- / Zahnarztpraxis herangezogen werden kann.

Es werden beim Ertragswertverfahren die in der Zukunft erwarteten Einnahmeüberschüsse (Erfolge in der Zukunft) auf den Stichtag der Unternehmensbewertung abgezinst. Der Verkäufer der Praxis verzichtet auf die künftig zu erwartenden Einnahmeüberschüsse und erhält hierfür einen Veräußerungspreis in Höhe der abdiskontierten Summe der erwarteten zukünftigen Einnahmeüberschüsse.
Die künftigen Einnahmeüberschüsse stellen das nachhaltig erzielbare Erfolgspotential der Arzt- / Zahnarztpraxis dar. Dieses wurde vom Verkäufer geschaffen und stellt somit einen Wert dar, den der Käufer für die Zukunft nutzen kann. Bei einer Praxisneugründung könnte ein vergleichbarer Erfolg erst nach einer längeren Aufbauphase erreicht werden.

Berücksichtigung des Substanz- bzw. Sachwertes:

Große Bedeutung hat bei der Bewertung der sog. Substanz- bzw. Sachwert. Dieser ist zum Stichtag zu bewerten. Begründet wird die Berücksichtigung des Substanzwertes der Praxis damit, dass das übernommene Praxisvermögen eine Ausgabenersparnis gegenüber der Neueröffnung einer Praxis und der damit verbundenen Anschaffung dieser Vermögensgegenstände darstellt.
Der Substanz- bzw. Sachwert wird dann zu dem nach der modifizierten Ertragswertmethode, ermittelten Praxiswert hinzugerechnet. (Gleiches gilt für den Fall, dass der Wert nach der Ärztekammermethode ermittelt wurde). In keinem Fall können die Buchwerte zur Berechnung des Substanz- bzw. Sachwertes herangezogen werden, es sind vielmehr die Zeitwerte maßgebend.


Notwendigkeit einer stichtagsgenauen Abgrenzung von Aktiven und Passiven

Unabhängig, nach welcher Bewertungsmethode letztendlich der Wert einer Arzt- / Zahnarztpraxis ermittelt wird, werden bei gerichtlichen oder in Vorbereitung auf gerichtliche Auseinandersetzungen, beispielsweise in Zugewinnausgleichsverfahren, die Parteien und die Gerichte vor große Probleme gestellt, wenn eine Wertermittlung mit dem Goodwill und dem Substanzwert einer Arzt- / Zahnarztpraxis abschließt und dieser so ermittelte Gesamtwert der Praxis als Grundlage für eine Vermögensteilung angesetzt wird.

Somit ist bei Bewertungen im Rahmen des Zugewinnausgleichs, auch ein sog. Vermögensstatus in Form einer Vermögensbilanz zu erstellen. Durch diesen wird erst die gesamte Werthaltigkeit der einzelnen Arzt- / Zahnarztpraxis sichtbar. Im Vermögensstatus werden die aktiven und die passiven Wertabgrenzungen zum jeweiligen Bewertungsstichtag vorgenommen.

Notwendigkeit der Berechnung der latenten Einkommensteuer zum Stichtag

Für die Notwendigkeit des Ansatzes der latenten Einkommensteuer gilt Folgendes: Spricht man im Zugewinnausgleich dem ausgleichsberechtigten Ehegatten den hälftigen Praxiswert zu, wäre somit der ausgleichsverpflichtete Ehegatte (Praxisinhaber) schlechter gestellt, da dieser zusätzlich die zu einem späteren Zeitpunkt auf den – dann real eintretenden – Veräußerungsgewinn anfallende Einkommensteuer alleine zu tragen hätte. Gerade aber dies würde einer gleichmäßigen Vermögensverteilung widersprechen.
Daher sind latente Steuerlasten bzw. – guthaben in allen Fällen zu berücksichtigen, wo ein Vorteilsausgleich insgesamt zu erfassen ist.

Zusammenfassung

Abschließend lässt sich sagen, dass in Zeiten eines steten Wandels, die zukünftigen Rahmenbedingungen für die Bewertung von Arzt- / Zahnarztpraxen bedeutsam sind. Im Hinblick auf zunehmende Reglementierungen kann eine rückwärtsgewandte Bewertungsmethode niemals zu befriedigenden Ergebnissen führen.
Ferner zeigt sich, dass bei gerichtlichen Auseinandersetzungen im Rahmen des Zugewinnausgleichs bzw. bereits zur Vorbereitung einer gütlichen Einigung bezüglich einer Zugewinnausgleichsregelung zwischen den Parteien sowohl die Erstellung eines Vermögensstatus, mit der Gegenüberstellung von Forderungen und Verbindlichkeiten der Arzt- / Zahnarztpraxis, als auch die Berechnung der „latenten Einkommensteuerlast“ vorgenommen werden muss.
Erst durch die Erstellung eines Vermögensstatus und den Abzug der latenten Steuer als Ausgleichposten im Rahmen des Zugewinnausgleichs kann eine gleichmäßige Vermögensaufteilung unter „Nettogesichtspunkten“ überhaupt erfolgen. Eine Nichteinbeziehung dieser beiden Aspekte führt zwangsläufig zu einer ungerechtfertigten Vermögensverteilung zwischen den Parteien.

© Dipl.-Kfm. Frank Boos
Geschäftsführer
Pfeffer & Boos Partnerschaftsgesellschaft, Sachverständigenbüro Gesundheitswesen
Ötigheimer Weg 20

76437 Rastatt
Urteilsbesprechung BGH-Urteil v. 09.02.2011 Der Sachverständige Ausgabe 06/2011 Urteilsbesprechung BGH-Urteil v. 09.02.2011

  • Bewertung einer freiberuflichen Praxis im Zugewinnausgleich, Der Sachverständige 2011
Bewertung von Arztpraxen, Controlling ist immer wichtiger

  • Artikel ist erschienen im "Forum" der Kassenärztlichen Vereinigung Nordbaden, Ausgabe 3/2004.
  • Was ist beim Praxiscontrolling zu beachten.
  • Wie stellt man ein effektives Controlling in der Arztpraxis auf.
  • Zusammenspiel Controlling und Praxisbewertung.

PDF (ext. Link)

Praxiscontrolling gewinnt zunehmend an Bedeutung:

  • Was ist beim Praxiscontrolling zu beachten.
  • Wie stellt man ein effektives Controlling in der Arztpraxis auf.
  • Zusammenspiel Controlling und Praxisbewertung.

Praxiscontrolling gewinnt zunehmend an Bedeutung
Praxiscontrolling gewinnt zunehmend an Bedeutung
(88.9 KB / ~ 0.9 sek bei 100 kb/s)

News

Urteil des BGH vom 09.02.2011

BGH Urteil vom 9. Februar 2011
Urteil des Bundesgerichtshofs vom 09.02.2011 XII ZR 40/09
a) Der Goodwill einer ... mehr


BSG Kaufpreisdiktat durch Berufungsausschuss unzulässig

BSG Urteil vom 14.12.2011
Bitte klicken Sie die PDF -Vorschau an, um das Dokument herunterzuladen. ... mehr


Fachbuch zur Praxisbewertung

Zur Mühlen Praxisbewertung Umschlag CH Beck
C.H. Beck 2010, Praxisbewertung:
Fachbuch für Steuer- und Rechtsberater sowie Gerichte: ... mehr


Fachbuch zur Praxisbewertung

Fachbuch zur Praxisbewertung Deutscher Ärzteverlag (April 2010)
Deutscher Ärzteverlag 2010, Praxisbewertung:

Ob Praxisabgabe oder Übernahme, ob ... mehr


MVZ

Bild MVZ
Kooperative Versorgungsformen haben sich innerhalb der
vertragsärztlichen Versorgung ... mehr


BVS Praxisbewertungen

BVS


Der objektivierte Ergebniszeitraum im modifizierten Ertragswertverfahren

der modifizierte Ergebniszeitraum

- IWW Betriebswirtschaft im Blickpunkt 09/2011

- Darstellung der objektivierten ... mehr


Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen unter besonderer Berücksichtigung der Standortproblematik

Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen ... der Standortproblematik
Frank Boos, NJW 12/2011
Darstellung der Bewertung von Arzt- / Zahnarztpraxen unter ... mehr



© www.pfeffer-boos.de 2018  |  Sachverständigenbüro Pfeffer & Boos | Ötigheimer Weg 20 | 76437 Rastatt,