Urteil des BGH vom 09.02.2011

Urteil des Bundesgerichtshofs vom 09.02.2011 XII ZR 40/09
a) Der Goodwill einer freiberuflichen Praxis ist als immaterieller Vermögenswert grundsätzlich in den Zugewinnausgleich einzubeziehen.

b) Bei der Bemessung eines solchen Goodwill ist im Rahmen der modifizierten Ertragswertmethode ein Unternehmerlohn abzusetzen, der sich an den individuellen Verhält-nissen des Inhabers orientiert.

c) Die stichtagsbezogene Bewertung einer Inhaberpraxis im Zugewinnausgleich setzt eine Verwertbarkeit der Praxis voraus. Deswegen sind bereits bei der stichtagsbezogenen Bewertung dieses Endvermögens latente Ertragssteuern abzusetzen, und zwar unabhängig davon, ob eine Veräußerung tatsächlich beabsichtigt ist.

d) Die Berücksichtigung eines Goodwills im Zugewinnausgleich verstößt nicht gegen das Doppelverwertungsverbot, weil er den am Stichtag vorhandenen immateriellen Vermögenswert unter Ausschluss der konkreten Arbeitsleistung des Inhabers betrifft, während der Unterhaltsanspruch auf der Arbeitsleistung des Inhabers und weiteren Vermögens-erträgen beruht.

BGH, Urteil vom 9. Februar 2011 - XII ZR 40/09 - OLG Hamm
AG Halle (Westf.)

Das Urteil basiert auf dem Gutachten des Sachverständigen Dipl.-Kfm. Frank Boos, welchem sich in der Vorinstanz das OLG Hamm in seinem Urteil vom 15.01.2009 - 1 UF 119/07 ohne Änderung des Gutachtensergebnisses angeschlossen hat.

Das modifizierte Ertragswertverfahren ist bei Bewertungen von Arzt- und Zahnarztpraxen anzuwenden: "Dem Senat erscheint diese Methode als nachvollziehbar, widerspruchs-frei, angemessen und deshalb geeignet. Er hat sie daher, den Ausführungen des Sachverständigen folgend, seiner Berechnung zugrundegelegt."

BGH Urteil vom 9. Februar 2011
BGH Urteil vom 9. Februar 2011
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BSG Kaufpreisdiktat durch Berufungsausschuss unzulässig

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BSG Urteil vom 14.12.2011
BSG Urteil vom 14.12.2011
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Fachbuch zur Praxisbewertung

C.H. Beck (Mai 2010) Zur Mühlen Praxisbewertung Umschlag CH Beck
C.H. Beck 2010, Praxisbewertung:
Fachbuch für Steuer- und Rechtsberater sowie Gerichte:
Aus dem Inhalt:
  • Ermittlung des individuellen Praxiswerts
  • Situation des MVZ und Abgabe von Praxissitzen
  • Folgen aus dem Kauf - Geldverwendungsrechnung
  • rechtliche und steuerrechtliche Fragen rund um den Praxis(ver)kauf
  • Anlässe und Gründe der Praxisbewertung
  • Bewertungsverfahren im Überblick
  • neue Hinweise zur Bewertung von Arztpraxen der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
  • Besonderheiten der Bewertung von psychotherapeutischen Praxen

Fachbuch zur Praxisbewertung

Deutscher Ärzteverlag (April 2010)

Deutscher Ärzteverlag 2010, Praxisbewertung:

Ob Praxisabgabe oder Übernahme, ob Zugewinnausgleich oder Erbfall, auf die Wertermittlung muss Verlass sein. Der Praxiswert ist bei allen Bewertungsanlässen für die Beteiligten existenziell wichtig und beschäftigt nicht selten die Gerichte.

Wie aber sieht eine zielführende Bewertungssystematik für ärztliche und psychotherapeutische Praxen aus? In einem aktuellen Urteil hat sich das OLG Hamm deutlich für die "modifizierte Ertragswertmethode" als angemessenes Verfahren für die Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen ausgesprochen.

Unsere Autoren machen dieses Verfahren für Sie transparent und lotsen Sie durch den Dschungel der komplizierten Methoden. So werden Sie zu einem kundigen Gesprächspartner im Hinblick auf ein vorgelegtes Bewertungsgutachten und die anschließenden Verhandlungen.

Aus dem Inhalt:

  • Anlässe und Gründe der Praxisbewertung
  • Bewertungsverfahren im Überblick
  • Neue Hinweise zur Bewertung von Arztpraxen der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
  • Besonderheiten der Bewertung von psychotherapeutischen Praxen
  • Ermittlung des individuellen Praxiswerts
  • Situation des MVZ und Abgabe von Praxissitzen
  • Folgen aus dem Kauf - Geldverwendungsrechnung
  • Rechtliche Fragen rund um den Praxis(ver)kauf

MVZ

Ein Leitfaden für Gründer Bild MVZ
Kooperative Versorgungsformen haben sich innerhalb der
vertragsärztlichen Versorgung etabliert und treffen
kontinuierlich auf weitere Interessenten. Das Medizinische
Versorgungszentrum ist eine mögliche Variante ärztlicher
Zusammenarbeit. Ein gezielter Einstieg in diese Form der
ärztlichen Kooperation erfordert solide Kenntnisse, um
Entscheidungen mit nachhaltiger Wirkung treffen zu können.
Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die KBV begleiten die
Entwicklung mit verschiedenen Publikationen und
Informationen.
Betriebswirtschaftliche Berater, Zulassungsexperten und
Fachreferenten haben auf Basis ihrer breiten Erfahrung einen
umfassenden Leitfaden entwickelt. Dieser hat sich in
zahlreichen Beratungssituationen praktisch bewährt.
Mit der komplett überarbeiteten 3. Auflage erhalten alle an
einer MVZ-Gründung Interessierten ein umfangreiches
Arbeitsbuch. Es enthält einen systematischen Überblick über
die Themenbereiche. Checklisten, die auf die einzelnen
Themen abgestimmt sind, unterstützen die
Entscheidungsfindung und die konkrete Planung eines
Gründungsvorhabens.
Themenbereiche:
• Trends und Entwicklungen im Bereich der Medizinischen
Versorgungszentren
• Unternehmensbeschreibung
• Steuerrechtliche Aspekte
• Vertragsgestaltung
• Investitions- und Finanzplanung
• Kommunikationsstrategien
• Management von Organisation und Qualität

BVS Praxisbewertungen

BVS
BVS
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Der objektivierte Ergebniszeitraum im modifizierten Ertragswertverfahren

  • IWW Betriebswirtschaft im Blickpunkt 09/2011
  • Darstellung der objektivierten Berechnung des Ergebniszeitraums im modifizierten Ertragswertverfahren
  • Bezugnahme auf die aktuelle höchstrichterliche Rechtsprechung
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der modifizierte Ergebniszeitraum
der modifizierte Ergebniszeitraum
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Bewertung von Arzt- und Zahnarztpraxen unter besonderer Berücksichtigung der Standortproblematik

Frank Boos, NJW 12/2011
Darstellung der Bewertung von Arzt- / Zahnarztpraxen unter besoderer Beachtung des Standortes, welcher integraler Bestandteil der BGH-Rechtsprechung 2011 ist.


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